
Elbschatten Rezension
Werbung: Dieser Beitrag enthält Werbung, da mir der Rowohlt Verlag „Elbschatten“ als Rezensionsexemplar kostenlos zur Verfügung gestellt hat. Meine Meinung ist davon unabhängig und spiegelt meinen persönlichen Eindruck wider.
Manchmal ist die eigene Familie das größte Rätsel
Hamburg. Dunkles Hafenwasser. Eine Leiche. Und zwei Schwestern, die seit Jahren kein Wort miteinander gesprochen haben.
Das klingt nach einem klassischen Kriminalroman. Aber Nora Luttmer macht in „Elbschatten“ aus dieser Ausgangssituation eine Geschichte, in der familiäre Verletzungen mindestens ebenso wichtig sind wie die Suche nach einem möglichen Mörder.
Ela und Nicole könnten unterschiedlicher kaum sein.
Ela arbeitet als Türsteherin auf dem Kiez, ist impulsiv und kennt auch die weniger gesetzestreuen Seiten Hamburgs. Nicole dagegen ist Polizistin, kontrolliert und überzeugt davon, auf der richtigen Seite zu stehen.
Zwischen den beiden herrscht seit Jahren Funkstille.
Doch dann gerät ihr gemeinsamer Bruder Hendrix in eine Situation, die alles verändert. Hendrix leidet an einer frühen Alzheimer-Erkrankung. Eines Morgens erzählt er verwirrt von Blut, das er im Hafen gesehen haben will.
Kurz darauf wird eine Leiche aus der Elbe geborgen.
Hat Hendrix etwas beobachtet? Ist er selbst in Gefahr? Oder könnte er sogar in die Tat verwickelt sein?
Plötzlich müssen zwei Frauen zusammenarbeiten, die einander kaum noch vertrauen.
Was mich an dieser Geschichte besonders reizt, ist die Verbindung von Kriminalhandlung und Familiengeschichte. Denn manchmal kennen wir die Menschen, mit denen wir aufgewachsen sind, am allerwenigsten.
Alte Konflikte verschwinden schließlich nicht, nur weil wir jahrelang nicht darüber sprechen. Sie warten. Und manchmal genügt ein einziger Vorfall, damit alles wieder aufbricht.
Dazu kommt Hamburg als Schauplatz. Der Hafen, das raue Wasser, die dunklen Ecken einer Stadt, in der unterschiedliche Lebenswelten unmittelbar aufeinandertreffen. Eine Kulisse, die wie geschaffen ist für Geheimnisse und moralische Grauzonen.
Besonders interessant finde ich auch die Frage nach Schuld und Verantwortung, wenn Erinnerungen durch eine Krankheit immer unzuverlässiger werden.
„Elbschatten“ ist der Auftakt einer neuen Krimireihe um zwei ungleiche Schwestern. Eine spannende Ausgangsidee für alle, die bei Krimis nicht nur wissen wollen, wer es getan hat, sondern auch, was Menschen innerlich antreibt.
Herzlichen Dank an den Rowohlt Verlag für das Rezensionsexemplar und diesen vielversprechenden Reihenauftakt! 🖤
