Ein Zuhause im Frühling
Wenn ein Neuanfang leise beginnt
Erschienen im Rowohlt Verlag
Ich habe das Buch in der digitalen Ausgabe selbst gekauft.
Gastrezension: Sibille
Einleitung
Manchmal führt das Leben an einen Ort, den man ursprünglich nur als Zwischenstation gedacht hat – und genau dort beginnt etwas Neues.
In dem Roman erzählt Julie Caplin von einer Frau, die nach einer schmerzhaften Trennung und dem Verlust ihres ungeborenen Kindes versucht, sich ihr Leben zurückzuholen.
Zwischen Frühlingsluft, kleinen Begegnungen und einem Dorf, das langsam seine Türen öffnet, entsteht eine Geschichte über entstehendes Vertrauen, Selbstwert und die Kraft und den Glauben an die eigene Kreativität.
Inhalt
Im Mittelpunkt steht die Illustratorin Ella, deren Leben aus der Bahn geraten ist. Ihr ehemaliger Partner hat nicht nur ihre Beziehung zerstört, sondern sich auch an ihren Arbeitsergebnissen bereichert. Er hat ihre Kunst für seine eigenen Zwecke genutzt, sie finanziell und steuerlich in Schwierigkeiten gebracht und ihr damit den Boden finanziell und persönlich unter den Füßen weggezogen.
Das alles weiß Ella, aber zu Beginn ihrer Reise zu sich selbst, noch nicht.
Verlust und Neubeginn:
Was von ihrem früheren Leben übrig bleibt, ist ein Gefühl von Verlust und Enttäuschung – und die Frage, wie sie wieder mehr zu sich selbst finden kann. Auch, wodurch sie ihren Spaß an der eigenen Arbeit wieder erweckt.
Der Ortswechsel wird für sie zur Rettung. Ihre Tante überlässt ihr das Cottage, das sie aus ihrer Kindheit kennt. In diesem kleinen Dorf beginnt sie vorsichtig, sich neu zu orientieren. Doch zu ihrer Überraschung wird sie das Haus nicht alleine bewohnen. Tess bringt Leben in ihre Trauer und ihren Frust. Der Hund wird in dieser Zeit zu ihrem verlässlichen Wegbegleiter. Tess zwingt sie hinaus in die Natur, an die frische Luft, in Bewegung – und damit auch zurück ins Leben.
Für die Hundefreunde unter uns:
„Für Hundehalter, wie mich, ist gerade der Hund der Key der Geschichte, denn so ein Vierbeiner ist immer autark, nie verstellt, fordernd, sensibel, übermütig. Eine Fellnase mit Herz.“
Begegnungen:
Bei den täglichen Spaziergängen begegnet sie Menschen, die sie nach und nach kennenlernt.
Einer von ihnen ist Devon, der Tierarzt des Dorfes. Ihre erste Begegnung ist turbulent und voller Missverständnisse.
Doch zwischen Begegnungen und Gesprächen entsteht etwas Zartes. Keine überstürzte Romanze, sondern ein vorsichtiges Annähern zweier Menschen, die beide von der Liebe enttäuscht sind.
Auch die Dorfgemeinschaft spielt eine wichtige Rolle. Gerade Beth, die Tierarzthelferin von Devon, wird mehr und mehr zur guten Freundin von Ella. Vom Kirchenschmuck, zur Tresenarbeit im kleinen Dorfladen. Aus Bekanntschaften entstehen Freundschaften, aus Höflichkeit echte Anteilnahme.
Meine Meinung:
Wie ein zartes Band und mit Hilfe kleiner Botschaften kehrt auch die Kreativität in Ellas Leben zurück. Ihre Illustrationen und auch Malereien entwickeln eine eigene Präsenz, die sie ausmacht. Als Mensch und als Künstlerin. Zum ersten Mal seit langer Zeit malt sie nicht mehr für Erwartungen oder Aufträge, sondern nur für sich selbst.
Es geht in dem Buch auch um den Verlust eines ungeborenen Kindes, Vertrauensmissbrauch, Sehnsüchte, Ängste und Hoffnung. Und vor allem um eines: das Hadern mit sich selbst.
Ja, und die Liebe kehrt auch zurück, wie ein kleines Kunstwerk, das sich selbst erschafft.
Der Frühling wird so zu mehr als nur einer Jahreszeit. Er spiegelt das wider, was in ihr geschieht: ein vorsichtiges Erwachen, ein neues Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten und die Erkenntnis, dass ein Zuhause manchmal dort entsteht, wo man sich selbst wiederfindet.
Fazit von zu Ein Zuhause im Frühling
Julie Caplin erzählt Geschichte ruhig und mit feinem Gespür für Stimmungen. Es sind nicht die großen Dramen, die den Roman tragen, sondern die vielen kleinen Momente: ein Gespräch am Gartenzaun, das erste ehrliche Lachen nach langer Zeit, das Gefühl, wieder Teil einer Gemeinschaft zu sein.
Es ist deshalb hauptsächlich eine Geschichte über Selbstbestimmung und über den Mut, das eigene Leben neu zu gestalten. Wer die Figuren ins Herz schließt, wird ihnen auch im nächsten Band gerne weiter folgen. In „Ein Wiedersehen im Sommer“ zeigt sich, wie bestehende Beziehungen sich entwickeln.
FAQ
Wer sollte das Buch lesen:
Menschen, die beim Rückband des Buches sofort ein Gefühl von „Das kenne ich“ bekommen.
Was macht diesen Roman aus?
Die Geschichte setzt da ein, wo wir vielleicht schon selbst gestanden haben. Vor den vermeintlichen Hürden im Leben und den Streichen, die es einem spielt.
Wo spielt die Geschichte:
In einem englischen Dorf, und schon der Begriff Cottage, ließ mein Herz höher schlagen.
Diese Buchempfehlung hat uns Sibille geschrieben.
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