Bradbury Stories von Ray Bradbury – Rezension

Bradbury Stories Rezension: Cover des Erzählbands von Ray Bradbury

Hinweis: Ich habe dieses Buch selbst gekauft. Der Beitrag enthält meine persönliche Meinung.

Hundert Erzählungen. Das ist keine Sammlung, die man vernünftigerweise an einem Wochenende „wegliest“. Und genau so habe ich „Bradbury Stories“ auch nicht gelesen. Hier kommt meine Bradbury Stories Rezension.

Titel: Bradbury Stories
Autor: Ray Bradbury

Worum es in „Bradbury Stories“ geht

Ich habe den Band eher wie eine große Schachtel gelesen, aus der man immer wieder etwas herausnimmt und nie ganz weiß, ob man gleich auf Marsstaub, Kindheit, einen Jahrmarkt, eine Rakete oder einen ziemlich dunklen Gedanken stößt.

Ray Bradbury wird schnell unter Science-Fiction einsortiert, aber diese hundert Geschichten zeigen sehr schön, wie wenig ihm diese eine Schublade reicht. Natürlich gibt es Raumfahrt, fremde Planeten und Zukunftsentwürfe. Daneben stehen fantastische Geschichten, Erinnerungen an das amerikanische Kleinstadtleben, Horror, Melancholie und immer wieder Menschen, die mit technischen Möglichkeiten sehr menschlichen Unsinn anstellen.

Bradbury Stories Rezension: was hängen bleibt

Was mich an Bradbury besonders fasziniert, ist weniger die Frage, ob seine Zukunftsvisionen „eingetroffen“ sind. Spannender finde ich, wie oft er über Einsamkeit, Sehnsucht, Angst vor Veränderung und unseren Umgang mit Technik schreibt. Selbst wenn Raketen vorkommen, geht es erstaunlich häufig um etwas sehr Irdisches.

Natürlich funktionieren bei hundert Texten nicht alle gleich gut. Manche treffen sofort, andere wirken heute deutlich stärker an ihre Entstehungszeit gebunden. Aber gerade eine solche Gesamtschau macht sichtbar, welche Bilder und Fragen Bradbury über Jahrzehnte begleiten. Motive tauchen wieder auf, verändern sich, bekommen in einer anderen Geschichte plötzlich einen neuen Klang.

Ich mag diesen Band deshalb auch als Lesebuch für zwischendurch. Eine Geschichte am Abend funktioniert wunderbar. Und manchmal reicht eine einzige, um danach eine halbe Stunde aus dem Fenster zu starren, statt vernünftigerweise schlafen zu gehen.

Fazit zu Bradbury Stories

Wer Bradbury nur mit „Fahrenheit 451“ verbindet, bekommt hier einen ziemlich eindrucksvollen Beweis dafür, wie viel größer, verspielter und merkwürdiger sein literarisches Universum ist.

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