Dunkelgrün fast schwarz von Mareike Fallwickl – Rezension

Dunkelgrün fast schwarz Rezension: Cover des Romans von Mareike Fallwickl

Werbung: Dieser Beitrag enthält Werbung, da mir „Dunkelgrün fast schwarz“ über NetGalley als Rezensionsexemplar kostenlos zur Verfügung gestellt wurde. Meine Meinung ist davon unabhängig und spiegelt meinen persönlichen Eindruck wider.

Moritz und Raffael kennen sich seit ihrer Kindheit. Einer ist der, der zögert, der andere der, der Räume besetzt. Dazwischen liegen Jahre gemeinsamer Geschichte – und irgendwann Johanna. Hier kommt meine Dunkelgrün fast schwarz Rezension.

Titel: Dunkelgrün fast schwarz
Autorin: Mareike Fallwickl

Worum es in „Dunkelgrün fast schwarz“ geht

Schon diese Konstellation klingt nach Dreiecksgeschichte. Bei Mareike Fallwickl wird daraus aber etwas sehr viel Unbequemeres. Mich hat vor allem interessiert, wie Freundschaft zur Machtbeziehung werden kann. Raffael ist charismatisch, manipulativ und schwer greifbar. Moritz weiß das nicht erst seit gestern. Trotzdem bleibt zwischen beiden eine Bindung bestehen, die sich nicht vernünftig wegerklären lässt.

Genau darin liegt für mich die Stärke des Romans: Menschen bleiben nicht nur in Beziehungen, die ihnen guttun. Gemeinsame Vergangenheit kann ebenso fesseln wie Zuneigung.

Dunkelgrün fast schwarz Rezension: Zeitebenen und Atmosphäre

Fallwickl erzählt auf verschiedenen Zeitebenen und lässt nach und nach sichtbar werden, was zwischen Moritz, Raffael und Johanna passiert ist. Dadurch verändert sich der Blick auf frühere Szenen immer wieder. Wer war Opfer, wer hat manipuliert, wer hat geschwiegen, wer wollte etwas nicht sehen? Die Antworten bleiben erfreulich unbequem.

Besonders stark finde ich die Atmosphäre. Salzburg und die Berge liefern keine romantische Postkartenkulisse, sondern etwas Enges, Dunkles, beinahe Bedrohliches. Der Titel passt erstaunlich gut zu diesem Gefühl: Es ist nicht schwarz. Aber eben auch längst nicht mehr harmlos grün.

Das Buch erzählt von toxischer Nähe, männlicher Freundschaft, Begehren, Abhängigkeit und den Folgen alter Entscheidungen. Dabei mochte ich nicht jede Figur, musste ich aber auch nicht. Gerade Raffael funktioniert für mich, weil man verstehen kann, weshalb Menschen von ihm angezogen werden, obwohl man gleichzeitig dringend Abstand halten möchte.

Fazit zu Dunkelgrün fast schwarz

Ein Roman, der zeigt, dass Vergangenheit nicht verschwindet, nur weil man jahrelang nicht hinsieht. Irgendwann steht sie wieder vor der Tür. Und dann kennt sie leider noch sämtliche Namen.

Vielen Dank an NetGalley für das Rezensionsexemplar.

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