Das Beste sind die Augen von Monika Kim
Inhalt:
Es gibt Bücher, die treffen nicht über die Handlung – sondern über das Gefühl, das sie in einem auslösen. Das Beste sind die Augen gehört genau in diese Kategorie: ein Roman über Obsession, Scham, Begehren und das fragile Gefüge einer Familie, die längst keinen festen Boden mehr hat.
Jiwons Leben beginnt zu kippen, als ihr Vater die Familie verlässt und der neue, unangenehm selbstsichere Freund ihrer Mutter ins Haus tritt. Einer dieser Männer, die glauben, kulturelles Wissen zu besitzen, während sie in Wirklichkeit nur Klischees reproduzieren. Einer, der Frauen, insbesondere asiatischen Kellnerinnen, zu lange nachblickt und dessen Präsenz sofort ein Unbehagen auslöst.
Doch das Beeindruckendste – und zugleich Verstörendste – ist, wie Jiwons Wahrnehmung langsam kippt. Was mit Widerstand beginnt, wächst sich zu einer schwer greifbaren Obsession aus. Die strahlend blauen Augen ihres Stiefvaters werden für sie zum Brennpunkt all dessen, was sie nicht einordnen kann: Macht, Aufmerksamkeit, Verlangen, Abscheu. Diese Ambivalenz, dieses „Hineinrutschen“, ist literarisch so fein beobachtet, dass man kaum merkt, wie tief man selbst in diese Spirale hineingezogen wird.
Meine Meinung:
Der Roman erzählt von der Unsicherheit junger Erwachsener, davon, wie man versucht, Kontrolle zurückzugewinnen, wenn alles entgleitet. Von dem Drang, die eigene Familie retten zu wollen – selbst um einen Preis, den man später kaum noch ertragen kann.
Jiwons Entschluss, einzugreifen, wächst aus Verzweiflung, aber auch aus einer tiefen Verletzung heraus. Und genau das macht dieses Buch so schmerzhaft echt.
Fazit zu Das Beste sind die Augen von Monika Kim
Ich mochte, wie leise, wie präzise und wie gnadenlos ehrlich diese Geschichte erzählt ist. Kein Pathos, keine Überinszenierung – nur die klaustrophobische Wahrheit eines Mädchens, das zwischen Ekel und Verlangen, Pflichtgefühl und Grenzenlosigkeit zerrieben wird.
Ein literarisch starkes, psychologisch eindringliches Buch, das noch lange nachwirkt.
Danke an @netgalleyde und @kiwi_verlag für das digitale Rezensionsexemplar.
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