Mein Leben mit einem Zebra im Kopf von Sandra Engels
Inhalt:
Zwischen all den lauten Ratgebern über Trauer liegt dieses kleine Buch wie etwas sehr Persönliches auf dem Tisch. Fast so, als würde jemand nicht erklären wollen, wie Trauern funktioniert — sondern einfach erzählen, wie es sich anfühlt.
„Mein Leben mit einem Zebra im Kopf“ von Sandra Engels verbindet Verlust, Erinnerungen und innere Unruhe mit einer ungewöhnlichen Bildsprache. Die Zebras begleiten die Autorin dabei wie kleine Gedankenwesen durch die Geschichte — manchmal tröstend, manchmal chaotisch, manchmal einfach nur präsent. Diese Tiere symbolisieren nicht nur die Trauer selbst, sondern auch die Hoffnung auf Heilung. Sie stehen für die Dualität von Schmerz und Freude, die oft parallel zueinander existieren. Im Verlauf des Buches wird deutlich, dass die Zebras nicht nur Begleiter sind, sondern auch Lehrer, die der Autorin helfen, ihre Emotionen zu verstehen.
Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Selbstakzeptanz, die während des Trauerprozesses oft verloren geht. Sandra Engels zeigt, wie wichtig es ist, sich selbst zu akzeptieren und die eigenen Schwächen zuzulassen. Sie ermutigt die Leser, sich nicht zu schämen, nach Hilfe zu fragen und Unterstützung zu suchen, sei es durch Freunde, Familie oder professionelle Hilfe.
Gerade diese Mischung aus ernsten Themen und den verspielten Zebra-Elementen hat das Buch für mich besonders gemacht. Zwischen schweren Gedanken blitzen immer wieder Wärme, Hoffnung und kleine Momente von Leichtigkeit auf. Das wirkt nicht künstlich positiv, sondern sehr menschlich.
Zusätzlich regt das Buch dazu an, über die Bedeutung von Erinnerungen nachzudenken. Erinnerungen sind ein mächtiges Werkzeug im Trauerprozess. Sie ermöglichen es uns, die Verstorbenen lebendig zu halten und uns an die schönen Momente zu erinnern. Sandra Engels liefert Beispiele, wie sie ihre Erinnerungen bewahrt und mit ihnen umgeht, was für viele Leser inspirierend sein kann.
Meine Meinung:
Sandra Engels schreibt offen über Trauer, Überforderung und das Gefühl, nach einem Verlust irgendwie neu lernen zu müssen, durch den Alltag zu gehen. Nicht perfekt formuliert, nicht geschniegelt — sondern ehrlich und direkt, was es dem Leser erleichtert, sich mit den Themen zu identifizieren und eigene Emotionen zu reflektieren.
Und vielleicht bleibt genau deshalb etwas davon hängen.
Auch optisch ist das Buch mit den kleinen Extras, dem Lesezeichen und den liebevollen Details sehr besonders gestaltet.
Ein großes Dankeschön an @gedanken.streifen für das Rezensionsexemplar, das mir die Möglichkeit gegeben hat, in diese berührende und tiefgründige Thematik einzutauchen.
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