Hinweis: Ich habe dieses Buch selbst gekauft. Der Beitrag enthält meine persönliche Meinung.
Es gibt Bücher, bei denen schon das Haus auf dem Cover flüstert: Geh da besser nicht rein. Natürlich geht man trotzdem hinein. Sonst hätten wir schließlich nur einen sehr kurzen Roman und deutlich weniger Ärger. Hier kommt meine The Tale of Halcyon Crane Rezension.
Titel: The Tale of Halcyon Crane
Autorin: Wendy Webb
Worum es in „The Tale of Halcyon Crane“ geht
Wendy Webb schickt ihre Protagonistin Halcyon an einen Ort, der gleichzeitig fremd und auf eine beunruhigende Weise vertraut ist. Nach dem Tod ihres Vaters erfährt sie, dass ihre Familiengeschichte ganz anders aussieht, als sie jahrzehntelang geglaubt hat. Ihre Mutter starb nicht so, wie man es ihr erzählt hatte, und auf einer abgelegenen Insel wartet ein Haus, das zur Vergangenheit ihrer Familie gehört. Damit beginnt eine Reise, bei der sich Erinnerung, Geheimnisse und Übernatürliches immer enger miteinander verschränken.
The Tale of Halcyon Crane Rezension: Atmosphäre als Hauptfigur
Ich mag solche Geschichten sehr, wenn die Atmosphäre nicht nur hübsche Dekoration ist, sondern selbst Teil der Handlung wird. Genau das funktioniert hier. Das alte Haus, die Insel, die Abgeschiedenheit und dieses permanente Gefühl, dass hinter der nächsten Tür etwas liegen könnte, das besser verschlossen geblieben wäre, tragen den Roman.
Wendy Webb baut keine Geisterbahn mit ständigem Krawall. Das Unheimliche schiebt sich eher langsam in die Geschichte und bleibt dadurch erstaunlich hartnäckig im Kopf.
Gleichzeitig ist das Buch eine Familiengeschichte. Es geht um verschwiegene Wahrheiten, um Herkunft und darum, was passiert, wenn das eigene Bild der Vergangenheit plötzlich nicht mehr stimmt. Halcyon muss nicht nur herausfinden, was geschehen ist. Sie muss ihre eigene Geschichte neu zusammensetzen.
Fazit zu The Tale of Halcyon Crane
Für mich liegt genau darin der Reiz des Romans: Gothic-Stimmung, Familiengeheimnis und Mystery greifen ineinander, ohne dass die Atmosphäre unter der Auflösung begraben wird. Man möchte dieses Haus erkunden und gleichzeitig vernünftigerweise möglichst weit davon entfernt bleiben.
Ein wunderbar altmodisch-unheimliches Buch für dunkle Abende, an denen man eigentlich nur noch ein Kapitel lesen wollte. Eine Entscheidung, die in Spukhäusern wie im echten Leben selten besonders belastbar ist.
