Werbung: Dieser Beitrag enthält Werbung, da mir Mario Neitzke „Orientierungslauf“ und „Orientierungslauf – Trainingslager“ als Rezensionsexemplare kostenlos zur Verfügung gestellt hat. Meine Meinung ist davon unabhängig und spiegelt meinen persönlichen Eindruck wider.
Schon die „Gebrauchsanweisung“ hat mich gekriegt. Ein Buch, das laut Anleitung aus 168 Seiten, einem Lesezeichen, einem Sessel, einem Tisch und zwei Rotweinen besteht und dessen Ergebnis ausdrücklich variieren kann, nimmt sich selbst erfreulich wenig wichtig. Sein Thema dagegen schon. Hier kommt meine Orientierungslauf Rezension.
Titel: Orientierungslauf (dazu: Orientierungslauf – Trainingslager)
Autor: Mario Neitzke
Umfang: 168 Seiten
Worum es in „Orientierungslauf“ geht
„Orientierungslauf“ erzählt davon, wie es sich anfühlen kann, mit einem Kopf durchs Leben zu gehen, der selten geradeaus läuft. Im Mittelpunkt steht ADHS, aber nicht in Form eines klassischen Ratgebers. Keine Checklisten, keine Diagnosekriterien und kein „So bekommen Sie Ihr Leben endlich in den Griff“.
Stattdessen schreibt Mario Neitzke in literarischen Essays über Familie, Erinnerungen, Reizüberflutung, Identität und den Versuch, im eigenen Kopf nicht verloren zu gehen. Über Gedanken, die abzweigen. Über Alltag, der plötzlich zur Aufgabe wird. Über Energie und Erschöpfung, Scham und Überforderung – aber auch über Humor und die Suche nach einem eigenen Weg.
STOP, DENK, PUNK und RESET: Aufbau des Buches
Aufgeteilt ist das Buch in STOP, DENK, PUNK und RESET. Schon diese Struktur passt wunderbar zum Titel: Orientierung gibt es, nur eben nicht zwingend auf der kürzesten Strecke.
Dazu kommt „Orientierungslauf – Trainingslager“. Beide Bücher spielen schon gestalterisch miteinander und machen deutlich: Hier soll ADHS nicht von außen erklärt werden. Hier erzählt jemand von innen nach außen.
Orientierungslauf Rezension: für wen das Buch ist
Besonders interessant finde ich, dass sich das Buch nicht ausschließlich an Menschen mit ADHS richtet. Es ist genauso für Partner:innen, Freund:innen, Eltern oder Kolleg:innen gedacht, die manches Verhalten sehen, die Vorgänge dahinter aber vielleicht nicht verstehen.
Ich mag diese Mischung aus persönlicher Erfahrung, literarischem Erzählen, Selbstbeobachtung und Humor sehr. Kein Lehrbuch. Kein Selbstoptimierungsprogramm. Sondern der Versuch, erfahrbar zu machen, wie anders Wahrnehmung, Denken und Alltag aussehen können.
Fazit zu Orientierungslauf
Manchmal ist Verstehen eben die deutlich bessere Orientierungshilfe als noch eine weitere Gebrauchsanweisung fürs Leben. Ein kluges, persönliches und angenehm uneitles Buch – für Menschen mit ADHS und für alle, die sie besser verstehen möchten.
Vielen Dank an Mario Neitzke für die Bereitstellung der beiden Rezensionsexemplare und das Vertrauen.
