Werbung: Dieser Beitrag enthält Werbung, da mir „Liebe am Papierrand“ über NetGalley als Rezensionsexemplar kostenlos zur Verfügung gestellt wurde. Meine Meinung ist davon unabhängig und spiegelt meinen persönlichen Eindruck wider.
Der Titel klingt nach etwas, das leicht übersehen werden könnte: nicht die große Liebeserklärung mitten auf der Seite, sondern eine kleine Notiz daneben. Genau dieses Unscheinbare kann Yoko Ogawa so gut. Hier kommt meine Liebe am Papierrand Rezension.
Titel: Liebe am Papierrand
Autorin: Yoko Ogawa
Worum es in „Liebe am Papierrand“ geht
Bei Yoko Ogawa sind es oft Gesten, Gegenstände oder beiläufige Beobachtungen, die plötzlich mehr erzählen als ein ausführliches Gespräch. „Liebe am Papierrand“ hat für mich deshalb weniger mit romantischer Dramaturgie zu tun als mit Aufmerksamkeit. Wer sieht wen wirklich? Was bleibt unausgesprochen? Welche Form kann Nähe annehmen, wenn Menschen nicht einfach sagen können oder wollen, was sie empfinden?
Liebe am Papierrand Rezension: leise, aber nicht leer
Ogawa schreibt mit einer Zurückhaltung, die ich inzwischen sofort mit ihr verbinde. Gefühle werden nicht ausgestellt. Als Leserin muss man näher heranrücken und selbst beobachten. Das macht die Geschichte still, aber keineswegs leer.
Besonders mag ich diese winzigen Verschiebungen ins Merkwürdige. Eine Situation beginnt vollkommen alltäglich und bekommt dann einen kaum merklichen Riss. Plötzlich fühlt sich etwas vertraut und fremd zugleich an. Ogawa braucht dafür weder großes Drama noch spektakuläre Wendungen. Ein Detail reicht.
Beim Lesen musste ich mehrfach zurückblättern, weil ein Satz erst ein paar Seiten später sein Gewicht bekam. Das ist für mich eine der schönsten Eigenschaften ihrer Bücher: Sie sind nicht darauf angelegt, möglichst schnell konsumiert zu werden. Sie lassen Raum. Und manchmal merkt man erst nach dem Zuklappen, was sich darin alles versteckt hat.
Fazit zu Liebe am Papierrand
„Liebe am Papierrand“ ist für mich ein Buch über die leiseren Formen von Nähe, über Sehnsucht und darüber, wie viel zwischen zwei Menschen existieren kann, ohne ausgesprochen zu werden. Wer bei Ogawa bereits diese besondere Mischung aus Zartheit, Melancholie und leichter Irritation liebt, wird sie auch hier wiederfinden.
Kein Feuerwerk. Eher eine kleine handschriftliche Notiz, die man zufällig entdeckt und anschließend erstaunlich lange aufbewahrt.
Vielen Dank an NetGalley für das Rezensionsexemplar.
