GRÜNER WIRDS NICHT-die Gartenkolumne Vol. 3

ein Cornus- nicht aus unserem Garten, aber der Familie zugehörig, einfach nur schön
Rahmi und Fidi- Die Protagonisten der grünen Szenerie

Hier ist sie, die Einladung zum ultimativen botanischen Abenteuer- auch genannt „der Streit der Daumen“ ( grün und nicht ganz so grün )

Hey, du grüner Daumen! Und du da, mit dem etwas weniger grünen Daumen – ja, auch du bist herzlich willkommen zu unserer Expedition durch die wilden Weiten des Gartenreichs im westlichen Münsterland! Hier treffen sich die wackeren Krieger:innen der Gärtnerei, die mit ihren Gartenschläuchen heldenhaft gegen die Angriffe der gefürchteten Gierschpflanzen kämpfen, während die weniger gärtnerisch begabten Zeitgenossen mit ihren Gießkannen als tapfere Heldinnen das Wasser auf die hungrigen Erden schlachten!

Giersch gilt als gefürchtetes Wurzelunkraut. Einmal im Garten und man wird es nicht mehr los. Man müsste ihm im wahrsten Sinne des Wortes 30 cm abgraben. Man kann ihn natürlich auch essen und aus ihm Kräuterdips machen.

Er hat auch eine hübsche weiße Doldenblüte.

Wir haben MAI, also MAIGLÖCKCHEN bitte sehr, bevor der Giersch serviert wird
    Auf der LAGA in WANGEN grünt und blüht es schon- liegt vielleicht an der Brennesseljauche?

    Ein Weiteres Gartenunkraut ist die Brennnessel, die auch stark wuchert und bei Hautkontakt auch brennen kann. Diese ist aber auch essbar und kann, als Jauche angesetzt, gut als Stickstoffdünger im Garten verwendet werden.

    BRENNESSELJAUCHE-STINKEND ABER GUT:

    Ein Wunderelixier für deinen Garten!

    Zutaten:

    1 große Handvoll Brennnesseln (Handschuhe nicht vergessen, es sei denn, du magst das Kribbeln!)

    10 Liter Wasser (am besten Regenwasser, das deine Regentonne liebevoll gesammelt hat)

    Ein großer Eimer oder eine Tonne mit Deckel (für den Duft der Geheimnisse)

    Romantisch oder? Wie unsere Gartenehe.

    Aber bevor wir uns in hitzige Diskussionen über den richtigen Gießrhythmus verlieren, sollten wir uns erst einmal einen Überblick über die Schlachtfelder verschaffen – äh, ich meine natürlich die Gärten. Hier herrscht kein Frieden im Stile eines englischen Rasens, nein, hier tobt das Leben in all seiner ungestümen Pracht! Wir kämpfen nicht nur gegen das Unkraut, sondern auch gegen die Versuchung, unseren Garten in ein steriles Steinlabyrinth zu verwandeln, das eher an eine ausgetrocknete Wüste erinnert als an eine blühende Oase, wie es hier in dieser Gegend leider immer noch Usus ist.

    Der Garten ist wie eine Ehe- oder? 😉

    Aber genug von den Kriegen und Schlachten – lasst uns über die Liebe sprechen. Ja, die Liebe zum Garten, aber auch die Liebe zwischen zwei Menschen, die Seite an Seite durch das grüne und teilweise undurchdringliche Dickicht des Lebens schreiten. Denn wie der Garten so die Ehe: Man muss ihn hegen und pflegen, ihm Aufmerksamkeit und Liebe schenken, damit er gedeiht. Manchmal muss man Unkraut jäten, manchmal muss man Blumen pflanzen – aber am Ende des Tages ist es die gemeinsame Arbeit und Hingabe, die einen Garten zu einem blühenden Paradies und eine Ehe zu einem harmonischen Lebensbund machen. Oder aber die gegenseitige Duldung von Lebens- und Gartenkonzepten, die nicht immer in einem glücklichen Gartenglückkompromiss enden! Oh, das hast du aber blumig geschrieben hear hear.

    Aber bei einem sind wir uns so sehr einig: Inmitten der herrlichen Grünflächen des westlichen Münsterlandes ist es eine Art Statussymbol, wenn dein Garten nicht aussieht wie die botanische Variante eines Schachbretts – sprich, nicht wie die gefühlt 80 % der münsterländischen Eigenheime, deren Grünanlagen eher an den Grundriss eines Friedhofs erinnern. Und damit meine ich nicht das romantische Flair von verschlungenen Pfaden und wilden Blumen, sondern eher die Ästhetik von geraden Linien, Steinwüsten und einer Überdosis Thujas (die Dinge, die man auch gerne mal auf Friedhöfen antrifft).

    Einigkeit herrscht aber bei uns darüber, das eine Blütenpracht vieles wettmacht, auch wenn dies nur geborgte Fotos von der diesjährigen Laga in Wangen sind (solche Eintrittskarten verschenken wir auch mal gerne ;-))

    Jäten obliegt dem Gärtner !!!!!!

    Aber Moment mal, bevor wir uns vollends in die exotische Welt der gepflegten Beete und kunstvollen Hecken verlieren, sollten wir nicht vergessen, dass der wahre Gartenzauber oft im Kleinen liegt. Wer braucht schon einen Palastgarten, wenn man das Glück hat, einen Blick in die geheimen Oasen der Privatgärten zu erhaschen? Da findet man wahrhaftige Schätze – von versteckten Gemüsebeeten bis hin zu verwunschenen Kräuterbeeten. Und Pflanzen, von denen ich noch nie etwas gehört habe, aber der Mann verstehend nickt!

    Die Bilder dieses wundervollen Privatgartens haben schon wieder neue grüne Ideen geweckt- und er ist auch wunder-wunderschön! Und die wichtigste Lektion: „Jäten obliegt dem Gärtner“. In diesem Fall auch nicht gegendert, weil wegen, wer jätet hier wohl ? 😉 (Puh, auch mal wieder (Garten)Glück gehabt! 😉

    Nur dann ist auch sichergestellt, dass die Pflanzen gejätet werden, die auch tatsächlich nicht an den Standort gehören. „Fremd“-gärtner:innen (er meint wohl mich, tz tz tz…) können nicht immer unterscheiden zwischen gewollten und nicht gewollten Zöglingen. Hier hat es schon des öfteren lebhafte Diskussionen gegeben. (Natürlich mit mir, der NICHT-GARTENEXPERTIN)

    Bei der Apfelblüte muss man wenigstens NICHT jäten!

    Nachhaltigkeit und grüne Zukunft- aber bitte irgendwie mit Design -stöhn

    Und was ist mit der Nachhaltigkeit beim Gemüseanbau? Nun, meine Lieben, vergesst nicht, dass ein gesunder Garten nicht nur schön anzusehen ist, sondern auch die Umwelt schont. Ob Komposthaufen, Mischkultur oder das liebevolle Bewässern mit Regenwasser – beim Gärtnern kann man wirklich etwas für die grüne Zukunft tun. Aber Ihr könnt es euch schon denken, der Design-Gartenstreit geht in die 2. Runde, denn- habt ihr euch die Modelle für Regensammelbehälter:innen (Oder auch TONNEN genannt) mal angesehen? Nur mal so rein zufällig? Wenn ja, dann wisst ihr ja Bescheid, wo sich hier noch ein anderes Streitfeld auftut…

    …Auch Regenretter haben ihre Berechtigung. Dies ist ein Zwischenstück aus Metall mit Verschluss, welches am Regenfallrohr angeschlossen wird. Diese Vorrichtung leitet das Regenwasser über einen Schlauch in einen Regenwassertank (TONNE!) bzw. direkt in den Garten. Der Vorteil von Regenwasser ist, dass es kalkarm und kostenlos ist und damit seinen Gartenschützlingen etwas Gutes tut.

    Apropos grüne Zukunft, habt ihr schon mal darüber nachgedacht, essbare Blüten anzupflanzen? Nicht nur sind sie eine Augenweide im Garten, sondern auch eine köstliche Bereicherung für die Küche. Ein Hauch von Exotik auf dem Salat oder ein Blütenmeer im Cocktailglas – die Möglichkeiten sind grenzenlos. Hier sind ein paar wunderbare Verwendungsideen für heimische essbare Blüten, die deine Küche aufblühen lassen:

    Gänseblümchen-Dip (Bellis perennis)

    Mixe Frischkäse mit gehackten Gänseblümchen, etwas Zitrone, Salz und Pfeffer. Perfekt für einen Dip, der nicht nur auf der Zunge, sondern auch im Auge blüht! Nenne es „Gänseblümchen-Gelage“ und serviere es bei deiner nächsten Gartenparty.

    Kapuzinerkresse-Tacos (Tropaeolum majus)

    Verwende die scharf-süßen Blüten der Kapuzinerkresse, um deinen Tacos einen farbenfrohen und pfeffrigen Kick zu geben. Tauft euer Abendessen auf „Taco Blumenfest“ und lasst jeden Gast seine eigene blumige Kreation basteln.

    Veilchen-Sirup (Viola odorata)

    Koche die süß-duftenden Veilchen mit Zucker und Wasser zu einem Sirup ein, ideal für Cocktails oder als farbenfroher Sirup auf Pfannkuchen. Verkaufe es als „Veilchen-Zaubertrank“ – für alle, die ihren Alltag mit ein bisschen Magie versüßen wollen.

    Löwenzahn-Pesto (Taraxacum officinale)

    Verwende junge Löwenzahnblätter und -blüten, um ein nussiges, leicht bitteres Pesto zu kreieren. Ideal für Pasta oder als Brotaufstrich. Gib dem Pesto den Namen „Löwenzahn-Luxus“ und erzähle deinen Gästen, es sei ein altes Rezept von einem gourmet-verrückten Gartenelf.

    Holunderblüten-Sekt (Sambucus nigra)

    Tauche Holunderblüten in Sekt ein, um ein aromatisches Getränk für besondere Anlässe zu schaffen und lade zum Toast auf die kleine Extraportion Frühling im Glas ein.

      Aber ach, der Designstreit tobt weiterhin!

      Was ist nützlich, was ist nur dekorativ? Soll die Terrasse mit kunstvollen Skulpturen geschmückt werden, oder sind Vogelfutterstationen und Tränken wichtiger für das Ökosystem unseres Gartens? Eine Frage, über die man stundenlang debattieren könnte – oder man findet einfach einen Kompromiss, der beiden Seiten gerecht wird. Und eventuell gibt es ja auch so was in SCHÖN, nicht wahr? Es heisst ja nicht umsonst, FORM follows FUNCTION- aber bitte in SCHÖN!

      Welchem Trend soll man jetzt hinterherlaufen. Hat Cortenstahl schon ausgedient oder was ist momentan angesagt? Ja, solche Fragen treten eben auf, wenn man sich NUR mit der Naturnähe eines Gartens beschäftigt und sich überhaupt nicht für das schöne Aussehen des Drumherums interessiert…puh

      Denn am Ende des Tages geht es nicht nur darum, wie unser Garten aussieht, sondern auch darum, wie er sich anfühlt und welche Lebens- und lebendigen, grünen und blühenden Geschichten er erzählt. Und wer weiß, vielleicht ist es gerade diese Vielfalt, die unseren Garten zu etwas ganz Besonderem macht. Und vergessen wir nicht unsere gefiederten Freunde, die mit ihrem fröhlichen Gesang und frechen Flügelschlägen unserem Gartenleben eine ganz besondere Note verleihen. Ein paar Vogelfutterstationen hier, ein Vogelbad dort – unsere gefiederten Kameraden wissen eine gute Party zu schätzen und belohnen uns mit ihrem Gesang und ihrer Anwesenheit und auch ihrer Vogelkacke- ne, Ihr lieben Dauermieter-Tauben, die uns sogar so vertrauen, dass sie hingebungsvoll in unseren Hecken brüten...

      In einem naturnah angelegten Garten kann man der Natur etwas zurückgeben, indem die Tiere auch hier einen Lebensraum finden. Damit sich z. B. die Piepmätze richtig wohl fühlen, danken sie es einem, wenn viele heimischen
      Stauden und Gehölze vorkommen, die dann Nahrung und Nistplätze
      bereithalten.

      Der Farn sagt sich auch, warum rollen die sich nicht einfach ein?

      . Und was ist mit der Terrasse? Nun, sie ist das Herzstück unseres grünen Reiches, der Ort, an dem wir nach einem langen Tag im Garten zur Ruhe kommen und die Früchte unserer Arbeit genießen können. Auch dies ist immer ein Streitpunkt, weil sie überdacht werden soll. Aber wie? HOLZ und rustikal im Bauerngargenstyle, clean und schick mit einer Stahlkonstruktion? Da scheiden sich die Gartengeister mal wieder und manchmal hilft da nur Spiritualität- in Form von LIMONCELLO SPRITZ (LIES HIER) oder einem kalten Bierchen, um den Zwist erträglicher zu machen…bis es anfängt zu regnen oder winden und da drehen wir uns wieder im wohlbekannten Teufelskreis der ÜBERDACHUNG. Das richtige Maß, die Materialwahl und auch der Kostenaspekt sind nicht zu
      unterschätzenden Punkte, die die Entscheidung gerade nicht
      erleichtern.

      Also, lasst uns unsere Terrassen mit gemütlichen Sitzgelegenheiten, farbenfrohen Blumentöpfen und vielleicht sogar einem kleinen Kräutergarten verschönern, damit wir den Garten nicht nur erleben, sondern auch von ihm umgeben sein können.

      Und zu guter Letzt, in Anlehnung an die Ehe: Ein Garten ist wie eine langjährige Beziehung. Man muss ihm Zeit, Liebe und Pflege schenken, damit er gedeiht. Manchmal gibt es Rückschläge, aber mit Geduld und Hingabe kann er zu etwas Wunderschönem heranwachsen. Also, liebe Gärtnerinnen und Gärtner, lasst uns gemeinsam das grüne Abenteuer genießen und unsere Gärten zu kleinen Paradiesen erblühen lassen! Und für diejenigen unter euch, die von einem Garten träumen, der nicht nur schön anzusehen, sondern auch praktisch und ökologisch wertvoll ist, haben wir einen ganz besonderen Tipp:

      Die Benjeshecke!

      Diese natürliche Hecke aus abgeschnittenen Ästen und Zweigen ist nicht nur ein Paradies für Vögel und Insekten, sondern auch ein effektiver Wind- und Sichtschutz für euren Garten. Also, schnappt euch eure Astschere und legt los – euer grüner Daumen wird es euch danken!

      Eine wirklich preiswerte Alternative und eine win-win-Situation für Mensch
      und Natur.
      Eine Benjeshecke, liebevoll auch „Totholzhecke“ genannt, ist quasi das All-Inclusive-Resort für die heimische Tierwelt und kommt mit einer charmanten Backstory daher. Benannt nach dem deutschen Naturfotografen Hermann Benjes, der die Idee in den 1980er Jahren populär machte, ist sie das ideale DIY-Projekt für Gartenbesitzer, die es ökologisch angehen wollen – und dabei ihre Nachbarn mit einem Haufen scheinbar wahllos zusammengewürfelten Geästs beeindrucken möchten. Vorteile einer Benjeshecke: Biodiversität auf Steroiden: Diese Hecke lockt alles an, von Insekten über Vögel bis hin zu kleinen Säugetieren. Ein Paradies für Naturbeobachter und ein Albtraum für Schädlingsbekämpfer. Upcycling deluxe: Schnittgut und gefallene Äste bekommen eine zweite Karriere als Lebensraum. Das ist nicht nur nachhaltig, sondern spart auch den Gang zur Grüngutannahme. Pflegeleicht: Nach dem Aufbau ist die Hecke quasi wartungsfrei. Sie macht ihre Sache gut, ohne dass man ständig mit der Heckenschere herumfuchteln muss. Jahreszeiten-Schick: Im Sommer grün und lebendig, im Winter ein frostiger Haufen mit Charme. Die Benjeshecke weiß, wie man in jeder Saison eine gute Figur macht. Hermann Benjes veröffentlichte 1991 das Buch „Die Vernetzung von Lebensräumen mit Benjeshecken“. Mit der einfachen Idee, Schnittgut zu Haufen aufzuschichten, schuf er nicht nur Lebensraum, sondern auch ein lebendiges Netzwerk aus Nistplätzen und Unterschlupfen. Die Methode wurde schnell populär, besonders bei umweltbewussten Gärtnern und solchen, die gerne mal das traditionelle Gartendesign auf den Kopf stellen.

      Anleitung zum Anlegen einer Benjeshecke:

      Materialien: Schnittgut (Äste, Zweige) Ein paar längere Äste oder Pfähle zur Stabilisierung Gute Laune und ein bisschen Muskelkraft

      Schritte:

      Platzwahl: Finde einen geeigneten Platz in Ihrem Garten, wo die Hecke niemanden beim Fußballspielen oder Sonnenbaden stört.

      Unterbau: Lege längere, stabilere Äste als Basis auf den Boden, um einen festen Untergrund zu schaffen.

      Aufschichten: Beginne, das kleinere Material aufzuschichten. Denk daran, es ist kein Jenga-Turm – es darf ruhig etwas wild und unordentlich aussehen.

      Stabilisieren: Hier und da ein paar größere Äste vertikal in den Haufen rammen, um alles zusammenzuhalten.

      Feinschliff: Geh auf Abstand, bewundere dein Werk und überlege, ob du noch eine zweite Hecke brauchst, um den Lebensraum noch zu erweitern.

      Du kannst nicht genug von GRÜNER WIRDS NICHT bekommen? Kein Problem! Lies HIER Teil 1 und HIER Teil 2! 😉

      Grüner wird’s nicht

      Herzliche Grüße von der Frau mit zwei aber dafür ohne grünen Daumen und dem Mann, der dafür 2 grüne Daumen hat und seid dabei, wenn es wieder heißt: GRÜNER WIRD’S NICHT- mit Fidi und Rahmi! 

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